Das Paradoxon des Bildungswesens im neuen Zeitalter: Muss man für den Kauf von Schulbüchern eine Geburtsurkunde vorlegen?

Die Vorschrift, wonach Eltern die Geburtsurkunde ihres Kindes vorlegen müssen, um Schulbücher für das Schuljahr 2026 kaufen zu dürfen, löst in der Öffentlichkeit eine Welle heftiger Kritik aus.

Während fortschrittliche Bildungssysteme weltweit den kostenlosen Einsatz von Schulbüchern ermöglichen, schafft das strenge Identitätsprüfungsverfahren in Vietnam bereits kurz nach Schulbeginn eine absurde bürokratische Hürde.

Bemerkenswert ist, dass die neue Regelung völlig im Widerspruch zu der Zusage steht, Schulbücher für Schüler der Sekundarstufe kostenlos zur Verfügung zu stellen, die die vietnamesische Führung einst gegeben hatte.

Anstatt Ressourcen für die Behebung des Mangels an Schulen und Klassenzimmern in den großen Städten einzusetzen, bürdet die Einführung des Systems, wonach Schulbücher nur gegen Vorlage der Geburtsurkunde verkauft werden, den Eltern der Schüler die gesamte Last auf.

 

Angesichts eines Verfahrens zur „Personenüberprüfung“, das nur zum Kauf einiger Schulbücher erforderlich ist, stellt sich die Frage: Wird Kindern aus schwierigen Verhältnissen, deren rechtliche Unterlagen noch nicht vollständig sind, die Chance auf Bildung vorenthalten?

Gleichzeitig stellt die Öffentlichkeit die praktische Durchführbarkeit der sogenannten „Initiative“ des Bildungswesens im neuen Zeitalter stark in Frage.

 

Wenn zusätzliche Formalitäten eingeführt werden und Eltern gezwungen sind, Geburtsurkunden vorzulegen – stellt sich die Frage: Geht die Qualität des Bildungssystems voran oder zurück?

Eine fortschrittliche Verwaltungspolitik muss zwingend die Schüler in den Mittelpunkt stellen und alle Hindernisse beseitigen; das Recht auf eine minimale Bildung darf nicht zu einer strengen Identitätsprüfung verkommen.

Der Maßstab für ein zivilisiertes Bildungssystem liegt darin, wie viele Kinder zur Schule gehen und auf möglichst ungehinderte Weise Zugang zu Wissen erhalten – und nicht in der Anzahl der Unterlagen, die Eltern einreichen müssen.

 

Dass man beim Kauf von Schulbüchern eine Geburtsurkunde vorlegen muss, ist eine beispiellose Absurdität. Werden die Verantwortlichen im Bildungsministerium auf die Kritik der Gesellschaft hören und rechtzeitig Korrekturen vornehmen?

Die Antwort darauf wird der genaueste Maßstab für das Engagement der vietnamesischen Führung für die Zukunft der jungen Generation im „neuen Zeitalter“ sein.

Hong Linh – Thoibao.de